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Präsentation der Bernstein Zentren beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2005, Hannover

"Wenn Dein Kind Dich morgen fragt..." (5. Mose 6:20). Dieses Thema brachte über 100.000 vom 25. bis 29. Mai 2005 nach Hannover zum 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag. Auf dem Kirchentag setzten sich Hunderte von Einzelveranstaltungen mit allen Themen des menschlichen Lebens auseinander - von echten theologischen Frage bis hin zu Inhalten aus der modernen Wissenschaft und Technik. Die 4 deutschen Bernstein Zentren nahmen diese Gelegenheit wahr, ihre Arbeiten der breiten deutschen Öffentlichkeit vorzustellen und zu diskutieren.

Einige Kirchentagsbesucher waren sichtlich erstaunt, hier eine Präsentation über Hirnforschung vorzufinden. Sobald Sie aber mehr über die Forschungsfragen der Bernstein Zentren erfuhren, waren sie gefesselt und verweilten gern länger, um mehr über die aktuellen Forschungsthemen zu hören.

Die immense praktische Bedeutung der Hirnforschung wurde schon allein dadurch deutlich, dass praktisch jeder Besucher eine persönliche Geschichte über von neurologischen Erkrankungen betroffene Freunde oder Angehörige zu erzählen hatte.

In Anbetracht dieser Tatsache war es nicht verwunderlich, dass viele Besucher besonders von dem "Brain-Machine-Interface" Projekten (Freiburg/Berlin/Göttingen) beeindruckt waren, in denen die Forscher erste Schritte unternehmen, um eine "neuronale Prothese" zu bauen. Diese Prothese soll Hirnaktivität entschlüsseln können und diese zur Steuerung einer Prothese einsetzen. Solch eine Technik könnte einer grossen Anzahl von Patienten neue Hoffnung geben, die an motorischen Handicaps leiden - angefangen von Schlaganfallpatienten bis hin zu Querschnittsgelähmten.

Kirchentag 2005_Kopfkamera
Viel Aufmerksamkeit erregte auch die in München entwickelte "EyeCam", die eine Kamera anhand der Augenbewegungen des Benutzers steuert. So kann der Betrachter des erzeugten Videofilms die Welt sprichwörtlich "mit den Augen eines Anderen sehen".

Das Göttinger Zentrum demonstrierte wie Hirnaktivität durch transkranielle Magnetstimulation (TMS) positiv beeinflusst werden kann.

Kirchentag 2005 Besucher

Nach all diesen Informationen über die Ergebnisse der modernen Hirnforschung blieben aber dennoch eine Reihe offener Fragen. Wo ist das Bewusstsein, wo der Glaube im Gehirn repräsentiert? Haben wir einen freien Willen, oder sind unsere Entscheidungen durch die eineinhalb Kilo "grauer Zellen" in unserem Kopf diktiert? Können neue Techniken der Hirnforschung benutzt werden, um uns zu manipulieren?

Auf diese Fragen konnten die Wissenschaftler natürlich keine einfachen Antworten geben. Die Hirnforschung ist noch weit davon entfernt, die letzten Wunder der menschlichen Existenz zu enthüllen. Für den typischen Kirchentagsbesucher dürfte diese Einsicht beruhigend sein. Auf der anderen Seite zeigt sie aber auch, wie viel noch für die Wissenschaft zu tun bleibt, bevor wir das Gehirn wirklich verstanden haben.

Am Ende dieser 3-tägigen Veranstaltung fuhren alle Repräsentanten der Bernstein Zentren mit dem guten Gefühl nach Hause, ihren Enthusiasmus über ihre aktuellen Forschungsprojekte mit vielen Leuten geteilt zu haben, die sich niemals in ihre Forschungslabore verirrt hätten. Die positiven Rückmeldungen, die sie von den Besuchern erhalten hatten, bestärkten sie, ihre Forschungen weiterzuführen und auch in Zukunft den Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen.